Schon seit ein paar Jahren hatte ich mit dem Gedanken gespielt mich der Matthiasbruderschaft meiner Gemeinde anzuschließen und mit ihnen nach Trier zu pilgern. Immer wieder musste ich passen, weil ich keine Zeit hatte oder einfach auch nicht fit genug war für den Weg.

Doch in diesem Jahr sollte es dann doch endlich klappen. Eine recht „kurze“ Pilgerwanderung von 4 Tagen und knapp 200 km von meinem Wohnort nach Trier, zum Grab des Apostels Matthias.

Pilgern heißt, sich auf den Weg machen und genau das habe ich nun zum ersten Mal getan. Ich wollte einmal ausprobieren, ob diese Art zu „Wandern“ etwas für mich ist und wie sich mein Körper und Geist auf diesem Weg verhalten.

An einem frühen Samstagmorgen packte ich meine Sachen zusammen und machte mich auf. Treffpunkt war bereits um 5:00 Uhr und gestartet wurde mit einem Wortgottesdienst und dem Pilgersegen für uns, damit wir heil und gesund in Trier ankommen.

Der erste Tag war auch gleich eine richtige Herausforderung, denn die erste Etappe ging knapp 45 km weit. Mit Stöcken und Tagesgepäck bestückt marschierten wir voller Energie los. Über den Tag verteilt machten wir sehr oft Rast und konnten uns über Verpflegung nicht beklagen. Da blieben eigentlich keine Wünsch offen.

Immer wieder wurden lange Teilstücke mit beten des Rosenkranzes oder im Schweigemarsch zurückgelegt. Auch ergaben sich sich sehr nette und interessante Gespräche mit meinen Mitpilgerinnen und -pilgern. So lernten wir uns in diesen Tagen wirklich näher kennen.

Auch um die Übernachtungen mussten wir uns keine Gedanken machen, denn alles war bereits im Vorfeld bestens organisiert. Selbst, wenn es Probleme mit den Füßen gab, so wurden diese fachmännisch wieder gerichtet, so dass immer weiter gegangen werden konnte.

So waren die Tage bis zum Einzug nach Trier gut geführt und ich wurde sogar, gemeinsam mit vier weiteren Neupilgern unterwegs noch einmal „getauft“ und so in die Gruppe der routinierten Pilger aufgenommen. Das war eine sehr schöne und stimmige Erfahrung.

Pilgergruppe

Im großen und ganzen hat mir die Pilgerwanderung einen ersten Eindruck gegeben, was es heißt mehrere Tage hintereinander um 5:00 Uhr loszugehen und bis zu 50 km pro Tag zurückzulegen. Das setzt wirklich eine große Grundfitness voraus, über die ich Gott sei Dank verfüge. Bis auf eine kleine Blase, die ich mir am Ende des zweiten Tages, durch einen kaputten Strumpf gelaufen hatte, blieb ich ohne Blessuren.

Leider musste ich jedoch für mich erkennen, dass mir beim Pilgern in der Gruppe doch so einiges gefehlt hat. Obwohl es immer Pausen gab, in denen wirklich gut vorbereitete Mediationen und Impulse vorgetragen wurden, fühlte ich mich über Tags immer ein wenig getrieben. Die von einigen Mitpilgern vorbereiteten Gottesdienste waren dagegen sehr schön und boten hier mal einen Moment der Ruhe, Stille und des Innehaltens.

Leider habe ich auf dieser Pilgerwanderung nicht die Ruhe gefunden, die ich mir vorgestellt hatte, da die Zeitvorgaben eingehalten werden mussten, eigentlich einzig dafür, dass wir zu einer bestimmten Uhrzeit bei einem Frühstück oder Mittagessen sein mussten.

Dies ist bestimmt gut gemeint und von viele Personen, die schon über Jahre dort pilgern auch gewünscht, doch es entspricht nicht meinen Vorstellungen vom Pilgern.

Mir würde es genügen, wenn ich im Tagesgepäck meine Verpflegung dabei hätte und Pausen kürzer gehalten würden.

Bestimmt werde ich den Weg noch einmal gehen, vielleicht allein, mit meinem Partner oder auch noch einmal mit einer Gruppe. Doch ich möchte beim nächsten Mal mehr Ruhe in der gesamten Reise haben.

Meine spirituellen Erfahrungen kamen für mich persönlich zwar etwas zu kurz, doch ich habe sehr schöne Erfahrungen machen dürfen, wunderbare Menschen kennengelernt und viele Eindrücke vom Weg mitgenommen.

Basilika-Trier

Der Weg ist das Ziel und wird es auch immer bleiben. Deshalb ist nach dem Pilgern vor dem Pilgern und ich werde es bestimmt nicht bei diesem einem Besuch am Grab des Apostels Matthias bewenden lassen.

Trägst du dich auch mit dem Gedanken einmal zu pilgern? Dann sei dir gesagt, egal welche Beweggründe dich dazu bringen loszugehen, sei es Abenteuerlust, Spiritualität oder ganz persönliche Gründe, eines ist sicher, du wirst anders zurückkommen, als du hingegangen bist…,

denn Pilgern verändert, Körper, Geist und Seele.

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Heike Freudenberger

Heike Freudenberger

“Ich glaube an eine Welt in der Frauen in den besten Jahren ihren Weg gehen und dabei Freude und Genuss in den Mittelpunkt stellen.”